Stephan Fruhmann holt Bronze bei der 100-km-WM in Spanien
–Platz Neun bei der WM-Team-Wertung –
(KS.) Den bisher größten Erfolg seiner Leichtathletik-Karriere feierte Stephan Fruhmann von der Leichtathletik Gemeinschaft (LG) Passau bei den diesjährigen 100-km-Weltmeisterschaften, die in der nordspanischen 33.200-Einwohner-Gemeinde Ames in der autonomen Gemeinschaft Galizien, nur 12 km entfernt von der berühmten Kathedrale in Santiago de Compostela, ausgetragen wurden und an denen die Weltelite der Ultraläufer, knapp 250 Sportlerinnen und Sportler aus 44 Ländern am Start waren.
Der 47jährige Sandbacher hatte sich Ende März letztes Jahr im Rahmen der deutschen 100-km-Meisterschaften in Grünheide/Brandenburg, wo er mit neuem niederbayerischem Rekord die Bronzemedaille erkämpft hatte, für die Weltmeisterschaften qualifiziert.

Foto: privat
Der Deutsche Leichtathletik Verband war mit Stephan Fruhmann, der erstmals im DLV-Trikot international im Einsatz war, Martin Müller (Hamburg Running) und Felix Weber (sportTrend Ultralauf- und Triathlonteam Braunschweig) zu diesen Titelkämpfen nach Spanien geflogen.
Nachdem die 16-wöchige intensive Vorbereitung wie geplant und verletzungsfrei verlaufen war, reiste der LG-Ultraläufer hochmotiviert mit dem deutschen Team nach Gallizien. Dass es bei seinem erst zweiten Lauf in der „Königsdisziplin“ des Ultralaufens hart werden würde, zeigte sich bereits in den Tagen zuvor, als man Temperaturen von weit über 30 Grad prognostiziert hatte. Und dies bestätigte sich dann auch am Vortag des Rennens, als bei hoch-sommerlichen Temperaturen die Vorstellung der teilnehmenden Teams mit Flaggenparade stattfand.
Auf dem welligen 5-km-Rundkurs, der zwanzigmal zu absolvieren war, lief Stephan Fruhmann in der ersten Rennhälfte noch voll auf Kurs unter sieben Stunden. Dann machten ihm jedoch mehr und mehr die hohen Temperaturen mit zum Teil 45 Grad in der Sonne und vor allem der Magen massiv zu schaffen. Daraus resultierten erhebliche Probleme mit der notwendigen Energiezufuhr. So musste er sich zwangsweise von der geplanten Rennpace verabschieden und sein Tempo entsprechend reduzieren, um überhaupt noch im Rennen bleiben zu können. Zusätzliche Zeit kosteten ihn die notwendigen Pausen an den Verpflegungsstellen, um den Körper mit Wasser und Eis herunterkühlen zu können.
Er kämpfte sich bei dieser „Hitzeschlacht“ Runde um Runde Richtung 100-km-Ziel und lief, am Ende seiner Kräfte, nach 7:20:47 Stunden als 49. der Gesamtwertung über die Ziellinie. In seiner Altersklasse M 45 holte er sich hinter dem Norweger Ebrahim Abdulaziz und dem Iren Ciaran McGonagle Platz Drei und die Bronzemedaille.
In der WM-Team-Wertung, wo die USA, Großbritannien und Frankreich Gold, Silber und Bronze eroberten, belegte das Team des Deutschen Leichtathletik Verbandes einen beachtlichen neunten Platz.
Im Rahmen eines für ihn völlig überraschenden Empfangs bei der Heimkehr nach Sandbach zeigte sich Stephan Fruhmann gegenüber LG-Vorstand Siegfried Kapfer doch ganz zufrieden mit seiner gezeigten Leistung; insbesondere aufgrund der absolut schwierigen Bedingungen.
„Letztlich hätten Geist und Willen gegen das Aufgeben gewonnen!“